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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Leserinnen und Leser,

Schatten gibt es nur, wenn es auch Licht gibt!

Der Schatten, welchen die Entscheidung des Deutschen Ärztetages zum Thema „Homöopathie“ auf uns geworfen hat ist wohl nur möglich, weil wir zusammen mit unseren Patientinnen und Patienten Viele sind! Offensichtlich zu Viele, die das Licht einer wirkungsvollen Heilmethode bis heute in eine aufgeklärte Öffentlichkeit getragen haben und damit vermutlich all jene Menschen verunsichern und gegen uns aufbringen, die noch nicht die Existenz eines Tellerrandes wahrgenommen haben, über den man hinausblicken kann und darf: den Rand des Tellers nämlich, in dem wir nur ein materialistisches Weltbild vorfinden, das auf nackten Zahlen und Fakten aufbaut und alle darüber hinausgehenden Ideen, Werte, Anschauungen der Welt oder Visionen verbissen abwehrt.

In diesem SONDER-Newsletter werfen wir das Licht auf ein paar Aspekte des 128. Deutschen Ärztetages.

Es ist an uns Allen, das Licht in unseren Alltag hinein weiter zu tragen und Politik, Medien und unsere noch unentschlossenen KollegInnen von allen Seiten zu „beleuchten“: wenn das Licht aus mehreren Richtungen kommt, dann haben die Schatten immer weniger Chancen! Der DZVhÄ wird sich mit Vehemenz darum kümmern, dass weder die wissenschaftlichen Fakten zur Homöopathie noch das Ergebnis einer der erfolgreichsten Bundestagspetitionen einer willkürlichen und respektlosen Routine zum Opfer fallen!

Dazu brauchen wir Sie! Alle! Nicht nur für uns, sondern auch für unsere zukünftigen Patientinnen und Patienten, für eine freie Therapiewahl, für gegenseitigen Respekt und ein leidenschaftliches Miteinander, um das Vermächtnis Hahnemanns und seiner Nachfolger durch die aktuelle Talsohle zu tragen.

  • Antrag zum Thema Homöopathie auf dem 128. Deutschen Ärztetag im Wortlaut !
  1. Der 128. Deutsche Ärztetag stellt fest, dass die Anwendung von Homöopathie in Diagnostik und Therapie in der Regel keine mit rationaler Medizin, dem Gebot der bestmöglichen Behandlung sowie einem angemessenen Verständnis medizinischer Verantwortung und ärztlicher Ethik vereinbare Option darstellt.
  2. Der Gesetzgeber wird aufgefordert, Maßnahmen dahingehend zu ergreifen, dass Homöopathie weder als Kassenleistung zur Abrechnung kommen kann noch als Entität mit Sonderstatus in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Erwähnung findet.
  3. Die rechtliche Bewertung von Homöopathika als Arzneimittel, einhergehend mit einer Apothekenpflicht, soll beendet werden. Eine Revision der Arzneimitteleigenschaft von Homöopathika und der Binnen-Konsens-regelung im Arzneimittelgesetzt (AMG) ist erforderlich“


Der Antrag wurde – ohne aktuelle Not sowie unter dem Druck einer großen Zahl weiterer Anträge – mit 117 gegen 97 Stimmen bei 11 Enthaltungen angenommen. Eingebracht wurde der Antrag von einem Dr. Marc Hanefeld, Mitglied im INH sowie der GwuP.

Von ihm ist bekannt, dass er auch auf Twitter / X als Mann fürs Grobe auftritt: zu Coronazeiten machte er damit auf sich aufmerksam, dass er Menschen mit kritischer Haltung zur Impfung als „enthirnt“ und „asozial“ bezeichnete und es sich auch in der Reaktion auf Andersdenkende sehr einfach gemacht hat: den Herren Prof. Streeck, Dr. Gassen, Dr. Stöhr oder Prof. Antes hat er einfach nur ein „Fresse“ zugerufen.
Dass sich Ärztetags-Delegierte von einem pöbelnden Kollegen in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen kann eigentlich nur einer (nachvollziehbaren) Überforderung in einem Beschlussmarathon geschuldet sein: der Antrag wurde erst kurzfristig aufgenommen, eine ausführliche Diskussion war nicht vorgesehen und eine Vorbereitung durch Analyse aktueller wissenschaftlicher Fakten rund um die Homöopathie war nicht möglich.
Das Ergebnis ist mit Sicherheit keine „überwältigende“, sondern eher eine knappe Mehrheit! Das aber bedeutet, dass sich nur knapp weniger als die Hälfte der Delegierten gegen (!) diesen Antrag ausgesprochen haben und dass damit eine klare Spaltung der Ärzteschaft zu diesem Thema deutlich wurde. Deshalb stellen wir als DZVhÄ auch fest: der Beschluss spaltet!

  • Pressemitteilung des DZVhÄ noch am Tage der Abstimmung!

Am Rande des Kongresses in Lindau ergab sich die Möglichkeit, online den Abstimmungsprozess zu verfolgen, das Ergebnis umgehend mit anderen Aktiven (BPH, Weils hilft etc.) zu besprechen und im kleinen Team eine erste Pressemitteilung zu formulieren, die noch am Abend veröffentlicht werden konnte.

Unter dem Titel „Der 128. Deutsche Ärztetag spaltet die Ärzteschaft, spaltet die Gesellschaft“ wird darin erklärt:

„Spalten ist destruktiv und das Gegenteil von Heilen! Wir fordern die Politik auf, sich dieser Tendenz mit Entschlossenheit entgegenzustellen“…. „Die Sorge um kranke Menschen darf auf keinen Fall den Kräften von Weltanschauung und Willkür zum Opfer fallen!“

“ Die Antragsteller berufen sich in ihrer Begründung auf eine Online-Veröffentlichung aus dem Jahr 2017 der European Academies Scientific Advisory Council (EASAC), die nicht einmal ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat. Darin zeigt sich, dass die Antragsteller den aktuellen Stand der Wissenschaft leugnen und die Basis ihres Beschlusses nicht wissenschaftlich begründbar ist.“




"Die Ärztetag-Empfehlung

  • diskriminiert eine weltweit bewährte Therapiemethode, weil ihre Anwendung in der ärztlichen Praxis ethischen Grundsätzen angeblich nicht genüge.
  • bevormundet Patientinnen und Patienten, indem sie ihnen einen in ärztlicher Hand sicheren Zugang zur Homöopathie verwehrt.
  • lässt die positiven Homöopathie-Erfahrungen mündiger Bürgerinnen und Bürger komplett außer Acht.
  • spaltet die Gesellschaft in diejenigen, die sich Homöopathie auch zukünftig leisten können und jene, deren Geldbeutel das nicht zulässt.
  • schränkt die Berufsfreiheit und freie Methodenwahl qualifizierter Ärztinnen und Ärzte ein, ohne dass hierdurch an anderer Stelle positive Ergebnisse in der praktischen Patientenversorgung absehbar wären.
  • blendet die konkrete Versorgungsrealität aus und brüskiert ohne Not zehntausende Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, die Tag für Tag und mit Umsicht und Leidenschaft für ihre Patientinnen und Patienten da sind.
  • sagt dem Methodenpluralismus den Kampf an und übergeht damit die vielfach dokumentierten Wünsche und Erwartungen in der Bevölkerung.
  • lässt relevante und aktuelle Ergebnisse aus Grundlagen- und Versorgungsforschung ebenso außer Acht wie die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien.“


Mit diesem SONDER-Newsletter möchten wir Ihnen ein paar wesentliche Auszüge aus der Pressemitteilung zeitnah zur Kenntnis bringen, damit Sie wissen, dass wir reagieren, aber auch damit Sie selbst reagieren und auf unsere Argumente Bezug nehmen können.

Unsere aktuelle Situation hat vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit (!) mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine und stellt auch für uns eine „Zeitenwende“ dar. Wenn wir aber ehrlich sind, dann hätten wir alle die Entwicklung vielleicht sogar voraussehen können: spätestens seit dem Buch von Natalie Grams („Homöopathie neu denken“) oder den Äußerungen von Herrn Lauterbach bereits 2010 (z.B. im „Spiegel“) hätten wir ahnen können, dass da etwas auf uns zukommt.

Spätestens jetzt aber muss eine Welle des Protestes und der Empörung aus unseren Reihen kommen. Und wir müssen unsere Patientinnen und Patienten dazu ermuntern, ihre Stimme für die ärztliche Homöopathie zu erheben und von ihren persönlichen Erfahrungen zu berichten. PatientInnen sind auch WählerInnnen und haben zumindest am Wahltag eine Stimme!



Wir weisen auf das Schärfste zurück

  • dass Homöopathie keine rationale Medizin sei!
  • dass homöopathisch tätige Ärzte kein angemessenes Verständnis medizinischer Verantwortung hätten!
  • dass Homöopathie mit ärztlicher Ethik nicht vereinbar sei!


Wir fordern unsere Kolleginnen und Kollegen sowie Politikerinnen und Politiker dazu auf:

  • Lassen Sie sich nicht mit einer Stellungnahme des EASAC aus dem Jahre 2017 abspeisen, sondern berücksichtigen Sie – endlich! – den aktuellen Stand der Forschung rund um die Homöopathie zum Stand 2024 (z.B. www.faktencheck-homoeopathie.de, HomBRex Datenbank der Carstens-Stiftung, PubMed / National Library of Medicine)!
  • Nehmen Sie zur Kenntnis, dass homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte in erster Linie Ärzte sind, die verantwortlich handeln und sich uneingeschränkt ärztlicher Ethik verpflichtet fühlen!
  • Beenden Sie den kontinuierlichen Prozess der Spaltung der Ärzteschaft, der Patienten-Arzt-Beziehung und der Gesellschaft!
  • Berücksichtigen Sie, dass Medizin einerseits Naturwissenschaft, aber andererseits auch Erfahrungswissenschaft ist, die sich nicht nur in Studien, sondern vor Allem im ganz konkreten ärztlichen Alltag beweisen muss!
  • Denken Sie Medizin nicht nur im medizinischen, sondern auch in einem globalen Kontext: Tendenzen des Verlustes an Werten und Vielfalt sind überall, beispielsweise auch im Umweltbereich sicht- und spürbar (z.B. Artensterben) und sollten im Interesse auch zukünftiger Generationen auch im medizinischen Bereich konsequent verhindert werden!


Ein Letztes:

Unser regulärer Mai-Newsletter folgt in einigen Tagen und informiert Sie dann auch über Highlights unserer 172. Jahrestagung für Homöopathie, die diesmal in Lindau stattfand und in Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden sowie Referentinnen und Referenten auch aus Österreich und der Schweiz gestaltet wurde!

Beste Grüße aus Ihrem Landesverband

Dr. Ulf Riker im Namen des LV-Bayern-Vorstandes