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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Leserinnen und Leser,

was machen wir als homöopathisch ausgerichtete Ärztinnen und Ärzte eigentlich den ganzen Tag? Hier der (vermutlich unvollständige) Versuch einer Zusammenfassung:
  • Wir hören zunächst dem Patienten zu, erfahren seine aktuellen Beschwerden, bündeln sie zu einer ersten Verdachtsdiagnose und überlegen, welche weiteren Untersuchungen erforderlich sind, um die Diagnose zu sichern.
  • Wir wenden uns seinem Körper zu, auskultieren („abhören“, aber nicht nur ab und zu), palpieren (seine Leber, Muskeln, Pulse), ermitteln Messwerte (Gewicht, Körpertemperatur, Blutdruck etc.), analysieren, wie Befunde und Befinden zusammenpassen. So entwickelt sich das „Bild“ der Krankheit.
  • Wir veranlassen gezielt weitere Untersuchungen (Labor, Sonografie etc.), um eine gesicherte Diagnose stellen zu können.
  • Und wieder hören wir zu und versuchen zu verstehen, was unseren Patienten krank gemacht hat. Sein soziales oder berufliches Umfeld? Viren oder Bakterien? Ein körperliches oder seelisches Trauma? Seine Gewohnheiten (Essen, Trinken, Bewegungsmangel etc.)? Konstitutionelle „Schwächen“? Ungünstige Strategien zur Bewältigung des Alltags?
  • Allmählich entwickelt sich aus dem „Bild“ ein „Film“, der uns nicht nur das Krank-sein, sondern auch das Krank-werden vor Augen führt.
  • Wir überlegen, welche Therapie-Leitlinie der konventionellen Medizin zur Anwendung kommen kann, um den Patienten zunächst aus der „Gefahrenzone“ zu holen und, wenn möglich Chronifizierung oder Komplikation zu vermeiden.
  • Wir berücksichtigen sowohl die evidenzbasierten Behandlungsoptionen als auch unsere persönliche ärztliche Erfahrung aus ähnlich gelagerten Fällen.
  • Wir hören aufmerksam auf ungewöhnliche oder eigenartige Symptomaspekte, die der Patient glaubwürdig schildert, die aber nicht in unser Raster der Nosologie zu passen scheinen (z.B. verstärkter Durst bei Kopfschmerz, vermehrter Speichelfluss beim Bücken, regelmäßiges nächtliches Erwachen pünktlich um 4 Uhr früh etc.)
  • Wir überlegen, ob wir eine homöopathische Arznei kennen (oder nachlesen können), die zur aktuellen Krankheit des Patienten passt und zudem dieses oder jenes individuelle Patientensymptom in seinem Arzneimittelbild aufweist.
  • Wir fragen gezielt nach, ob unser Patient womöglich noch ein paar weitere Symptome einer ins Auge gefassten homöopathischen Arznei bei sich kennt.
  • Wir haben eine homöopathische Mittelidee, die wir vor dem Hintergrund unserer homöopathischen Zusatzausbildung gut begründen können. Aber gleichzeitig überlegen wir: wie sicher bin ich mir? Reicht meine homöopathische Erfahrung in diesem Fall aus? Muss ich vielleicht doch zuerst „schulmedizinisch“ einsteigen?
  • Wir erklären dem Patienten möglichst verständlich, welche therapeutischen Optionen wir in seinem Falle sehen und binden ihn in den Entscheidungsprozess so gut wie möglich ein.
  • Unter Umständen kam er mit dem Wunsch nach einer homöopathischen Behandlung und wir müssen ihn (zunächst) „enttäuschen“?
  • Wir vereinbaren einen Termin, um den Effekt der (homöopathischen oder konventionellen) Behandlung zu beurteilen. Vielleicht „trauen wir uns“ jetzt, „überlappend“ eine homöopathische Arznei einzusetzen mit dem Ziel, bei eindeutiger Wirkung die anfängliche allopathische Therapie (und damit auch deren Nebenwirkungen) zu reduzieren?
Natürlich wussten Sie das alles längst!
Mir geht es darum, die Komplexität unseres Vorgehens in der Praxis sowie die Parallelität der mentalen Prozesse zu veranschaulichen: ein solches Prozedere erfordert logischerweise mehr als 5 oder 8 Minuten Zeit, übersteigt die kognitive Leistung einer bloßen Leitlinien-Anwendung deutlich oder kann im Falle irritierender oder peinlicher Nachfragen beim Patienten zu Abwehrreaktionen führen (sicher nicht „Placebo-förderlich“!). Und natürlich steht die Therapiesicherheit für den Patienten im Mittelpunkt.

Wir dürfen, nein: wir müssen immer wieder darauf hinweisen, was Homöopathie von konventioneller Medizin unterscheidet, aber auch, wie sich beide Richtungen kombinieren lassen! Das „Bild“ einer Krankheit und der „Film“ des Krankwerdens gehören zusammen, ebenso wie objektiver „Befund“ und subjektives „Befinden“! Wegzulassen, was nicht ins Bild passt ist Willkür, die Phänomene der Krankheit vollständig und unvoreingenommen wahr- und ernst zu nehmen ist unser Anspruch. Homöopathie ist das Werkzeug, dieses „Sowohl-als-auch“ zu schaffen. Dies freundlich, bestimmt und selbstbewusst in der medialen und politischen Öffentlichkeit zu kommunizieren ist unsere Aufgabe als Widerstand gegen allseits bekannte anti-homöopathische Narrative!
Ich grüße Sie alle sehr herzlich!
Dr. Ulf Riker im Namen des LV-Bayern-Vorstandes

"Den GRÜNEN ins Stammbuch" - ein Kommentar von Dr. Ulf Riker

Nachdem die Delegiertenversammlung der GRÜNEN sich jüngst und mit großer (und allem Anschein nach intern gut vorbereiteter) Mehrheit gegen Homöopathie ausgesprochen hat liegt es auf der Hand, dieser Partei auf die Finger zu schauen.
Die erstaunliche Aufholjagd des GRÜNEN Cem Özdemir im Wahlkampf von Baden-Württemberg und sein am Ende hauchdünner Vorsprung gegenüber seinem CDU-Konkurrenten macht deutlich: Pragmatismus macht am Ende den Unterschied zu
weltanschaulicher Voreingenommenheit. Man kann darüber streiten, ob eine „grüne“ Verschiebung des Verbrenner-Aus der Weisheit letzter Schluss und mit grünen Zielen überhaupt vereinbar ist. Aber das Beispiel Özdemir zeigt: Probleme und Erwartungen der Menschen zu berücksichtigen und dabei auch mal ideologische Vorgaben hintan zu stellen kann nicht ganz falsch sein, zumindest steigert es Akzeptanz und persönliche Glaubwürdigkeit.

Ähnliches würde man sich von den „GRÜNEN“ auch im Zusammenhang mit Homöopathie wünschen: Vorurteile („Homöopathie hat keine wissenschaftliche Basis“, „da ist nix drin, kann also weg“) mal selbstkritisch hinterfragen. Sich die Mühe machen, die Faktenlage (Grundlagen, Versorgung, Evidenzbasierung) zur Kenntnis nehmen. Dumme Plattitüden („Wissenschaft statt Wünschelrute“) durch ernsthaftes Nachdenken ersetzen. Oder Überlegen, warum wohl so viele Menschen – allesamt mündige Bürgerinnen und Bürger – sich der Homöopathie zuwenden, sei es als Ärztin oder Arzt oder als Patientin bzw. Patient! Dann wäre zumindest der wertkonservative Anteil grüner Agenda gesichert. Außerdem gibt es ja zahlreiche und wesentlich wichtigere Aufgaben und Ziele für grünes Engagement als ausgerechnet die Homöopathie aufs Korn zu nehmen und damit sehr viele Menschen mit potentiell ur-grünen Neigungen vor den Kopf zu stoßen. Aber vielleicht ist es auch gut so: die „GRÜNEN“ werfen (in Baden-Württemberg und anderswo) ihre natur- und zukunftsbewahrenden Teile der Agenda in einen Topf mit entsprechenden wertkonservativen Zielen von CDU/CSU: dann wären am Ende dem Vermächtnis Hahnemanns ebenso geholfen wie Umweltschutz und politischer Glaubwürdigkeit! Eine sehr pragmatische win-win-Situation also! Und viele Menschen könnten mit rundum gutem Gefühl „ihre GRÜNEN“ auch in Zukunft wählen.

Liken & Informieren - Instagram und Facebook nutzen

Sie nutzen hin und wieder oder gar regelmäßig Facebook oder Instagram? Dann schauen Sie auch mal beim DZVhÄ oder dem Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) vorbei. Hier erhalten Sie viele aktuelle Informationen rund um die Homöopathie. Und wenn Sie Beiträge liken, teilen oder kommentieren unterstützen Sie die Homöopathie in den sozialen Medien. Es kommt also auch auf Sie an! ☺️
➡️ DZVhÄ: Facebook | Instagram
➡️ BPH: Facebook | Instagram

Was haben Hautkrankheiten mit der Fusion der Landesverbände Bayern und Niedersachsen zu tun?

Eine ganze Menge! Die außerordentliche Mitgliederversammlung (geplante Fusion der beiden LVen BY und NDS) findet am 31.10.26 in Kassel statt. Sie wird eingebettet sein in eine Fortbildung (Beginn bereits 30.10.26 nachmittags) mit Dr. Karl Grunow aus Berlin. Es geht – wir erinnern uns an eine tolle Veranstaltung 2024 in München – um nachvollziehbare Fallanalysen, Rubriken-Bestimmung sowie wichtige Arzneien bei Hauterkrankungen.

Also: SAVE THE DATE!!!!
  • Wann: 30. (Beginn 16 Uhr) +31.10.26 (Ende 16 Uhr) in Kassel
  • Was: Homöopathische Behandlung von Hauterkrankungen“
  • Wer: Dr. Karl Grunow, Dermatologe und homöopathischer Arzt / Berlin
  • Mit wem: Mitglieder der LVen Niedersachsen, Bayern & Hessen-Rheinlandpfalz-Saarland
  • Wo: Anthroposophisches Zentrum in Kassel
  • Weitere Infos: Veranstaltungs-Flyer

Termine und Fortbildungen - empfohlen von Ihrem Landesverbandes

➡️ „Kulturgeschichte der Homöopathie in Bayern“ – Erst-Präsentation der Wanderausstellung in München
Freitag und Samstag, 10.-11. April 2026
Anlässlich von Hahnemanns Geburtstag. In München, Hörsaal des Krankenhauses für Naturheilweisen. Auf einem reich bebilderten und informativen Streifzug können Interessierte verfolgen, wie sich die Homöopathie bereits zu Hahnemanns Lebzeiten in Bayern verbreitete. Flyer herunterladen und weitere Informationen auf der LV-Webseite.

➡️ Deutscher Homöopathie-Kongress 2026

DZVhÄ-Kongress in Kooperation mit WissHom
14.-16. Mai 2026 in Köthen, Information & Anmeldung www.homoeopathie-kongress.de
➡️ Homöopathie im Dialog: Verhaltensstörungen bei Kindern - Schwerpunkt "ADHS"
Samstag, 25. April 2026 , 9 – 17 Uhr
Update konventionelle Medizin: Dr. Nikolaus v. Hofacker
Falldarstellungen von homöopathisch erfahrenen Therapeut*innen
Anmeldung: Sekretariat LV Bayern, Tel: 089/44717086 oder lv.by@dzvhae.de
➡️ C – Kurs Homöopathie
Mittwoch – Sonntag 6.-10. Mai 2026
Anmeldung: Sekretariat LV Bayern, Tel. 089/44717086 oder lv.by@dzvhae.de
Praxis-Börse
Nachfolger*in (krankheitshalber) gesucht für eine sehr gut eingeführte internistisch-homöopathische Praxis in Gräfelfing bei München.
Interessent*innen bitte bei Frau Edelmann, Sekretariat LV Bayern, Tel.:089/44717086 oder lv.by.@dzvhae.de melden!
Alle Termine finden Sie auch in unserem Veranstaltungskalender. Eine größere Übersicht gibt es im DZVhÄ-Veranstaltungskalender