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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Leserinnen und Leser,

vor über 2000 Jahren kam Jesus zur Welt, vermutlich in einer Krippe und unter ungünstigen hygienischen Bedingungen, neben Hirten und Engeln war nicht einmal eine Hebamme vor Ort, die der Maria bei der Entbindung geholfen und dann sogleich abgeraten hätte, zu impfen (siehe Beitrag zu diesem Thema in der SZ vom 23./24.11.24) und dem Jesulein und seiner wackeren Mutter stattdessen „Süßes Nichts“ (Edzart Ernst in der „Welt“ vom 28.11.24) in Globuliform unter die Zunge geschoben hätte. Aber Impfen und Globuli waren damals ja noch gar nicht „erfunden“…!

Zum Jahresende darf man sich schon mal wundern, was auch 2024 rund um unsere Homöopathie so alles geschrieben, unterschlagen, gelogen oder krumm gebogen wurde, immer mit dem hehren Ziel, Menschen mal vor den Gefahren der seltsamen Methode, mal vor der eigenen Selbsttäuschung im Heilungsfalle zu bewahren, weil „Homöopathie wirkt ja nicht über…. hinaus“, Sie wissen schon!

Ach ja, und da gibt es noch die „Evidenz“, auf deren Basis all unser ärztliches Tun stattfinden soll! Ich muss hier nicht erläutern, dass Evidenz im Bereich der Medizin auf drei Säulen (Wissenschaft, Erfahrung und Patientenwunsch) ruht, das wissen wir alle und wir sind auch nicht grundsätzlich dagegen. Immerhin gibt es ja auch in der Homöopathie das Bild vom Schemel mit den drei Beinen (Sie erinnern sich: drei gut gewählte und modalisierte Symptome können ein passendes Simile schon in die engere Wahl rücken…).

„Evidenzbasiert“ kann bedeuten: auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend, auf empirischen Daten aufbauend oder auf Grundlage empirisch nachgewiesener Wirksamkeit. Für die Praxis heißt das, Wissen und Erfahrung sollten gleichberechtigt nebeneinanderstehen und sich immer wieder ergänzen. Allerdings wird der Aspekt der Wissenschaftlichkeit inzwischen meist mit Natur-Wissenschaft gleichgesetzt, da geraten dann andere Wissenschaftsaspekte leicht mal aus dem Blickfeld. Wussten Sie schon, dass es bereits einen „evidenzbasierten Journalismus“ gibt oder einen „evidenzbasierten Fledermausschutz“? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Sie nicht endlich Ihre tägliche Zahnpflege auf ein evidenzbasiertes Niveau heben sollten? Und wissen Sie eigentlich, ob Sie selbst evidenzbasiert entbunden wurden oder ob Sie einfach nur unvorstellbares Glück hatten, dass es Sie gibt?

Und damit wären wir schon fast wieder bei Jesu Geburt im Stall: eigentlich ein Wunder, dass wir als Menschheit ohne wissenschaftlich fundierte Grundlagen bereits so viele Jahrtausende überlebt haben. War es vielleicht einfach nur Erfahrung, die der homo sapiens von Generation zu Generation weitergegeben hat, indem er die Natur sorgfältig beobachtet und seine Schlüsse gezogen hat? Vielleicht war es ja auch - „nur“ - die Natur selbst, die nach göttlichem Plan dem Jesuskind unter widrigen Umständen ins Leben geholfen hat?

Ich denke, dass uns Menschen ein bisschen Innehalten, ein bisschen Demut und weniger Hochmut und Besserwisserei guttäte. Vielleicht würde es uns helfen – gerade an Weihnachten! – unsere Selbstgewissheiten und Errungenschaften ein kleines bisschen in Frage zu stellen? Die Gabentische sind am Fest von Christi Geburt oft voll, meist auch die Bäuche, aber wie sieht es mit unseren Herzen aus? Bleibt nicht allzu oft das Spirituelle auf der Strecke, wird vom materiellen Wohlstand zugeschüttet und einer „Religion“ von Wachstum, ewigem Fortschritt und der Wahnidee (!) der Machbarkeit von Allem geopfert?

Das wünsche ich uns, dass wir gerade an Weihnachten ein bisschen zur Ruhe kommen und darüber nachdenken, was uns der Soziologe Hartmut Rosa als Gedankenspiel anbietet: „was geschieht, wenn das Ideenreservoir jahrtausendealter Religionen in einer hochmodernen Gesellschaft verloren zu gehen droht“? Was geschieht, wenn Ärzte nicht mehr zuhören, im Kranken nur noch Molekül-Rezeptor-Interaktionen erkennen, Therapieentscheidungen den Algorithmen der KI übertragen werden und keiner uns im Leiden mehr die Hand hält?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns Allen ein friedvolles, nachdenkliches, aber auch freudiges Weihnachtsfest 🎄 und viel frische Lebenskraft fürs neue Jahr!

Beste Grüße aus Ihrem Bayern-Vorstand,
Ihr Dr. Ulf Riker im Namen des ganzen Vorstandes Ihres Landesverbandes

Wichtige Terminsache: Bitte beantragen Sie rechtzeitig in unserer Geschäftsstelle eine Ihnen zustehende Beitragsermäßigung für das kommende Jahr – bis spätestens 31.12.24!

Termine

Veranstaltungsreihe beim ÄKBV München:

HOMÖOPATHIE - PRAXISBEWÄHRT UND EVIDENZBASIERT

  • Di 10.12.24, Dr.med. Ute Bullemer:
Homöopathie in der gynäkologischen Praxis, Erfahrungen einer Frauenärztin
  • Di 21.1.25, Dr. med. Klaus von Ammon:
Aktueller Stand der Wissenschaft in der Homöopathie
Dr. Klaus von Ammon ist Neurochirurg, homöopathisch tätiger Arzt in eigener Praxis in Stäfa am Zürichsee, Konsiliararzt am Berner Inselspital und Leiter der klinischen Forschung am Institut für Komplementäre und Integrative Medizin der Universität Bern.
Der Homöopathie wird mit schöner Regelmäßigkeit unterstellt, sie habe keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen, es gebe keine Wirksamkeitsnachweise und außerdem entbehre ihr Wirkmechanismus jeglicher Plausibilität. Dass diese Darstellung der Homöopathie fachlich und sachlich unrichtig ist wird Dr. von Ammon in seinem Vortrag anhand aktueller wissenschaftlicher Forschungsergebnisse darstellen. Man muss kein Befürworter der Homöopathie sein, aber man darf erwarten, dass die Faktenlage vorurteilsfrei und korrekt kommuniziert wird. Dazu soll dieser Abend einen Beitrag leisten.
Wir laden daher unsere Mitglieder aus dem Großraum München, alle interessierten ärztlichen Kolleginnen und Kollegen aus der Region, Vertreter der Bayerischen Landesärztekammer, der Bayerischen Apothekerkammer sowie aus Politik, Medien und Öffentlichem Leben sehr herzlich ein.
Jeweils von 19 - 20.30 Uhr im Seminarzentrum des ÄKBV, München, Elsenheimerstrasse 63, Erdgeschoß rechts
Anmeldung zu den Veranstaltungen, Martina Edelmann, Sekretariat LV Bayern, Tel.: 089/44717086 oder per E-Mail: lv.by@dzvhae.de
Alle Termine finden Sie auch auf unserer Webseite im Veranstaltungskalender.

Und was ist sonst noch wichtig?

Richtig! Weihnachten steht vor der Türe, und wir wollten Ihnen noch ein paar Last-minute-Geschenk-Ideen vorschlagen. Sie und wir Alle haben es uns sicher verdient, zwischen den Jahren mal die „Seele baumeln“ zu lassen, die Beine hochzulegen, ein gutes Buch in die Hand zu nehmen, eine neue CD aufzulegen, zu träumen, zu lachen oder sich darauf zu freuen, was das neue Jahr bringen mag. Freude machen macht Freude!
▶️ „Das kleine Haus am Sonnenhang“ von Alex Capus / Hanser / 22 Euro
Capus ist ein Meister der pointierten, präzisen und doch wie hingetupft wirkenden Beschreibung. In diesem „Nostalgietrip“ in die letzten Jahre des 20 Jahrhunderts geht es um Alltägliches in einem kleinen Dorf im Piemont, um den Kauf eines alten Ofens, um einen aufgebrochenen Opferstock in der Kirche, aber vor Allem ums Schreiben und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Vor Allem aber um die Liebe und das Leben. Das sollte eigentlich reichen….
▶️ „365 gute Tom-Tage! 2025“ / Tageskalender /Lappan / ca. 16 Euro
Der Alltag ist oft schwer genug. Die beste Art und Weise in den Tag zu starten bietet dieser Humor-Kalender: Lachen, abreißen, wieder lachen! Inklusive Bauchmuskeltraining ….
▶️ „Lieder ohne Worte“ / CD / Igor Levit spielt Mendelssohn-Bartholdy / 18 Euro
Die Aufnahme entstand für den politisch engagierten Levit aus tiefer innerer Notwendigkeit heraus nach dem brutalen Terror-Angriff der Hamas. Entsprechend dem Anlass ist die Grundstimmung der Stücke überwiegend melancholisch. Die Auswahl diente dem Pianisten selbst dazu, das traumatische Ereignis für sich zu verarbeiten. Aus dem Kommentar von Albrecht Selge / SWR / Kultur: Menschen sind „in ihrem anhaltenden Entsetzen getröstet – vielleicht nur einige Takte lang, in denen die Schönheit dieser Musik ihr Herz erreicht“.
Zum Link: YouTube Igor Levit / Lieder ohne Worte / Op. 30 No. 1 E-Moll
▶️ „Kaiserschmarrn auf der Elmauer Alm“ / Wanderung
Auch gemeinsame Zeit ist ein Geschenk, vielleicht sogar das schönste! Ein Ausflug ins Tal von Schloss Elmau ist immer einen Ausflug wert. Das Auto stehen lassen auf einem der Wanderparkplätze und dann zu Fuß in wunderschöner Bergwelt hinaufschlendern zur Alm: dort gibt es den vielleicht besten Kaiserschmarrn, den man sich vorstellen kann … der großartige Bergblick ist dann gratis!

Liebe Mitglieder des LV Bayern,

wir wünschen Ihnen zu Weihnachten Ruhe, inneren Frieden und dennoch viel Freude. Und wir wünschen Ihnen und uns viel gute Energie und Tatkraft für unsere Patientinnen und Patienten. Lassen Sie uns gemeinsam auch 2025 aus Überzeugung und mit Leidenschaft für unsere Homöopathie eintreten!
Mit den besten Grüßen von Ihrem LV Bayern – Vorstand!