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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Leserinnen und Leser,

hinter uns liegt ein erfolgreicher und spannender Drei-Länder-Homöopathie-Kongress in Lindau sowie eine ziemlich spannungsgeladene Delegiertenversammlung.
Erfreulich
Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz und aus Österreich war geprägt von konstruktivem Miteinander. Unser Programm war vielfältig und hat viele positive Resonanzen ausgelöst, all jene, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei sein konnten, haben nun die Möglichkeit, einzelne oder sämtliche aufgezeichneten Vorträge als Audio- oder Video-Datei für 95 Euro (gesamter Kongress) zu erwerben. Zum Bestellen. Es lohnt sich!
Weniger erfreulich
Die Delegierten-Versammlung im Anschluss an den Kongress war leider über weite Strecken geprägt von Misstrauen und Polarisierung: insbesondere der Vorstand des LV Berlin-Brandenburg sah es als seine Aufgabe an, Kritik an Personen, Entscheidungen, Anträgen sowie der Managementgesellschaft zu üben. Ohne Zweifel kann und darf man bei verschiedenen Themen unterschiedlicher Meinung sein. Sachgerechte Lösungen und Entscheidungen setzen jedoch die Bereitschaft voraus, sich zunächst vorurteilsfrei zuzuhören (wie es uns übrigens auch Hahnemann ins Stammbuch geschrieben hat, der im Interesse einer möglichst korrekten Arzneiwahl für unsere Patientinnen und Patienten den „vorurteilsfreien Beobachter“ für notwendig gehalten hat!). Es ist zu hoffen, dass sich alle Delegierten bis zur nächsten DV im Herbst von dem emotionalen Aufruhr erholen und wir dann wieder gemeinsam zu respektvoller und konstruktiver Sacharbeit im Interesse unserer Mitglieder sowie der ärztlichen Homöopathie in Deutschland zurückfinden!
Sehr erfreulich
Die Ärzte Zeitung bietet in ihrer Ausgabe vom 30. Mai den Autoren des jüngsten Systematischen Review zur Homöopathie (Hamre et al.) über zwei Seiten Raum für einen Gastbeitrag: Sie nehmen zu den wichtigsten Aussagen der Homöopathie-Kritiker Stellung und stellen ihnen die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit gegenüber. Quintessenz:
„Das Narrativ, das Homöopathie primär nur Placeboeffekte erzeuge und deshalb in einer wissenschaftsorientierten Medizin keinen Platz habe, ist zwar verbreitet. Es steht aber nicht in Einklang mit dem aktuellen Stand der Forschung.“
Wie weiter?
Die Streichung der Homöopathie aus dem GSVG-Gesetzesentwurf aus dem Hause Lauterbach wurde inzwischen wieder zurückgezogen. Ausschlaggebend war hierfür bestimmt auch die überaus erfolgreiche Bundestags-Petition von „Weils hilft!“: sie hat mit ihren rund 200.000 Unterschriften deutlich gemacht, dass sich die Bevölkerung in Sachen Freiheit der Therapiewahl nicht bevormunden lassen will durch Entscheidungen, die über die Köpfe von Patientinnen undPatienten und deren Ärztinnen und Ärzte hinweg getroffen werden.
Die Anhörung zu dieser Petition im entsprechenden Ausschuss war ein Erfolg, den wir den beiden Vertretern, Prof. Diana Steinmann und Dr. Stefan Schmidt-Troscke, zu verdanken haben. Sie haben unsere Sache gegenüber Vertretern der Parteien sehr geschickt und mit klarer Botschaft vertreten:
  • Redet mit uns und nicht immer nur über uns!
  • Nehmt endlich den aktuellen Stand der Wissenschaft rund um die Homöopathie wahr und ernst!
  • Wendet Euch gegen einen drohenden Kahlschlag im Bereich komplementärer Therapieverfahren!
  • Erhaltet Therapievielfalt, die sich die Menschen wünschen!
  • Homöopathie muss in unserem Gesundheitssystem ihren festen Platz behalten, denn sie ist evidenzbasiert!
Die knappe Entscheidung des 128. Deutschen Ärztetages für eine Elimination der Homöopathie aus Kostenerstattung und Apotheken war ein fatales Signal unserer Standesvertretung und macht zweierlei deutlich:Sie spaltet die Ärzteschaft (siehe Beitrag unten), und sie leitet Wasser auf Lauterbachs Mühlen. Der Ball liegt nun im Feld der Politik, und deshalb müssen wir – auch unter juristischer Beratung und Begleitung – erneut alles in unseren Möglichkeiten stehende tun, um Politikerinnen und Politiker aller demokratischen Parteien, landauf und landab, anzusprechen, mit unseren aktuellen wissenschaftlichen Fakten zu versorgen und das bisherige Narrativ über Homöopathie vom Kopf auf die Füße zu stellen:
  • Homöopathie wirkt über den Placebo-Effekt hinaus!
  • Homöopathie ist wissenschaftsbasierte Medizin!
  • Homöopathie ist Erfahrungs- und Handlungs-Wissenschaft und bedient sich unter anderem auch der Naturwissenschaften!
Nutzen wir die Zeit und kontaktieren wir alle Politikerinnen und Politiker, lokal, regional und bundesweit! Und motivieren wir unsere Patientinnen und Patienten zu Testimonials und politischer Wortmeldung! Der DZVhÄ stellt entsprechendes Informationsmaterial bereit (siehe unten).
Mit den besten Grüßen und im Namen Ihres Vorstandes des LV Bayern

Dr. med. Ulf Riker

Der Deutsche Ärztetag und die Homöopathie – was folgt daraus?

Der 128. Deutsche Ärztetag hat mit knapper Mehrheit von 116 „Ja“ zu 97 „Nein“-Stimmen einem kurzfristig eingebrachten Antrag zugestimmt, Homöopathie aus Praxen und Apotheken zu eliminieren.
Die Begründung ist nicht nur faktenwidrig, sondern für alle homöopathisch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen auch ehrenrührig: Homöopathie sei „in der Regel keine mit rationaler Medizin, dem Gebot der bestmöglichen Behandlung sowie einem angemessenen Verständnis medizinischer Verantwortung und ärztlicher Ethik vereinbare Option“.
116 Delegierte unterstellen uns also, dass wir keine rationale Medizin betreiben und dass wir verantwortungslos und unethisch arbeiten. Das ist harter Tobak und grenzt an Verleumdung!
Prof. Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrates und Abschluss-Redner unseres Lindauer-Kongresses, sagte zur DZVhÄ-Pressemitteilung:
„Ich habe die Pressemitteilung gelesen, die Sie herausgegeben haben anlässlich dieser Erklärung des Deutschen Ärztetages. Ich weiß, wie schwer es ist, Pressemitteilungen auf kurzem Raum, so knapp, so umfänglich inhaltlich, aber ohne Schaum vor dem Mund, zu formulieren. Ihre Mitteilung ist sachlich auf den Punkt gebracht, das ist einladend, deutlich in der Positionierung und macht auch klar, dass dieser Vorgang die Türe zuschmeißt – und das dürfen wir nicht zulassen! Ich bin froh, dass Sie diese Presseerklärung gemacht haben, sie ist exzellent und sie ist eine gute Ausgangsbasis für das weitere politische Arbeiten. Vielen Dank dafür!“

Aktiv werden mit dem DZVhÄ

1. DZVhÄ Redaktions-Brief
Die Pressestelle des DZVhÄ hat unter Mitwirkung unseres Hamburger Kollegen Dr. Mirko Berger einen „Musterbrief“ entwickelt, der aus einzelnen Modulen besteht und zum Einsatz kommt, wann immer in Medien faktenwidrig über Homöopathie berichtet wird. Die Pressestelle reagiert im Falle der Berichterstattung in überregionale Medien, doch in lokalen und regionalen Medien, können wir selbst tätig werden. Dafür gibt es den Redaktionsbrief, der ein wenig angepasst sehr flexibel eingesetzt werden kann. Der Brief kann auch von Ihnen angefordert werden. Schreiben Sie an die DZVhÄ Pressestelle (presse@dzvhae.de), sobald regional entsprechender Handlungs- und Richtigstellungs-Bedarf besteht und nennen Sie der Pressestelle auch, um welche Veröffentlchung es geht.
2. Ärztliche Homöopathie – Die Wissenschaft
Dieses aktuelle Faktenpapier berücksichtigt folgende Punkte, inkl. 72 Quellenangaben:
  • Wirksamkeitsnachweise inkl. des jüngsten Systematischen Review von Hamre et al (2023)
  • Homöopathiestudien sind methodisch nicht schlechter als konventionelle Studien.
  • Homöopathie und EBM
  • Unbekannter Wirkmechanismus
  • Unwissenschaftliche Homöopathiekritik
Hier können Sie das Faktenpapier herunterladen.
3. BPH-Patienten-Information
Es gibt eine aktuelle Praxis-Information für Patientinnen und Patienten, in dem der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) auf die aktuelle Situation der ärztlichen Homöopathie hinweist und dazu aufruft, aktiv zu werden: die Information enthält einen kurzen „Muster-Text“, der übernommen oder abgewandelt werden. Er soll dazu beitragen, dass sich möglichst viele Menschen an Politiker und weitere Verantwortliche wenden und ihre Forderung untermauern: Homöopathie muss Teil der medizinischen Grundversorgung bleiben, von den Kostenträgern erstattet und in Apotheken erhältlich sein!
Zum Download
Liebe Kolleginnen und Kollegen in Bayern,
es ist abzusehen, dass der Vorstoß von Lauterbach zur Elimination der Homöopathie als Kassenleistung sowie aus Apotheken im Gesundheitsausschuss landet. Die großartige Petition von "Weil`s hilft!" mit ihren 200.000 Unterschriften hat uns vermutlich Aufschub verschafft, aber es ist anzunehmen, dass die einschlägigen Politiker darauf warten, bis sich die Empörung wieder gelegt hat. Das dürfen wir nicht zulassen!
Den Patienten-Aufruf können Sie herunterladen (s.o.), aber er steht allen interessierten Praxen auch in gedruckter Form zur Verfügung. Damit wir mit unserem begrenzten Budget aber sorgfältig umgehen, geben wir diese Aufrufe gerne - gezielt - an Sie weiter: wenn Sie sich dafür entscheiden, auf diese Aktion in Ihrer Praxis aufmerksam zu machen und Ihre Patientinnen und Patienten auch gezielt darauf anzusprechen, dann sagen Sie uns bitte umgehend Bescheid!
Rufen Sie in unserem Sekretariat an (089/44717086) oder schicken Sie uns eine Mail an lv.by@dzvhae.de und sagen Sie uns, wie viele Exemplare Sie haben möchten und auch aktiv verteilen können ( 20 / 50 / 100 / mehr?)

Bitte machen Sie mit! Weder der DZVhÄ noch Ihr Vorstand kann alles alleine machen.Damit wir eine breite Öffentlichkeit mobilisieren können, brauchen wir Sie als Multiplikator!

Was tun mit dem Kampagnen-Material?

  • Mit dem „Redaktionsbrief“ reagieren, wenn in Medien die Homöopathie nicht sachgerecht dargestellt oder mit „fehlender Wissenschaftlichkeit“ bzw. „Alles nur Placebo“ argumentiert wird!
  • Das Faktenpapier weiterleiten: z.B. an konventionell arbeitende Ärztinnen und Ärzte, an regionale Politikerinnen und Politiker, an Mitglieder des Bundestages im eigenen Wahlkreis, an Redakteurinnen und Redakteure im Printbereich oder von Sendeanstalten.
  • Das Faktenpapier durch einen eigenen kurzen Schriftsatz ergänzen mit der Forderung: „Nehmen Sie – endlich! - die wissenschaftliche Datenlage rund um Homöopathie zur Kenntnis!“ und „Beenden Sie die Willkür, mit der Homöopathie aus der Grundversorgung verbannt werden soll!“
  • Die BPH-Patienten-Information in Ihrer Praxis auslegen und aktiv darauf hinweisen. Sie auch im privaten Umfeld weitergeben und auch die Apotheke Ihres Vertrauens mit einbeziehen!
  • Die Patienten-Information mit entsprechender Genehmigung auch in Reformhäusern, Bioläden, Kindergärten etc. auslegen!

Und noch einmal Prof. Höppner:

Kultur bestimmt unser Zusammenleben. Die heilenden Kräfte der Medizin, die uns die Natur, die Erfahrungen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse schenken gehören genauso zur Kultur wie die Künste. Die Homöopathie ist im Zusammenhang mit der Schulmedizin ein Glücksfall für die Menschheit! Lassen Sie uns unsere Potentiale für eine bessere Welt gemeinsam nutzen, jeder mit seinen Möglichkeiten vor Ort und in der vebandlichen Zusammenarbeit auf allen föderalen Ebenen!

Marktplatz

Suche ab sofort eine Fachärztin/-Arzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin für meine Hausarztpraxis im Lkr. Starnberg, in Teilzeit, im Angestelltenverhältnis und für eine langfristige Zusammenarbeit. Bei Interesse freue ich mich über eine Nachricht via E-Mail: carola.seul@web.de.

TERMINE

  • Sommerseminar des LV Bayern: „Aus Fehlern lernen“, 6.7.24, München, Hörsaal des Krankenhauses für Naturheilweisen
Im Jahr 2012 hatten wir dieses Thema schon einmal, und es fand damals starke und positive Resonanz. Nun wird unser nächstes Sommerseminar sich diesem Thema erneut widmen: Obwohl uns das Organon Hahnemanns reichlich Material an die Hand gibt, um „es genau nachzumachen“: wir alle kennen „Fehler“, die sich im Alltag einschleichen. Information und Anmeldung gibt es hier.
  • A-Kurs vom 17.-21.7.24 in München (Kursleiter Dr. Haberstock)
  • B-Kurs mit Dr. Hickmann, 9.-13.10.24, München, Seminarraum des LV Bayern
  • D-Kurs mit Dr. Wolfgang Tonigold, 16.-20.10.24, München, Seminarraum des LV Bayern
  • Weiterbildungswochenende des LV Bayern: „Hautkrankheiten“ mit Dr. Karl Grunow, 30.11.-1.12.24, München, Hörsaal des Krankenhauses für Naturheilweisen
Anmeldung zu den Veranstaltungen: Martina Edelmann, Sekretariat LV Bayern, Tel.: 089/44717086 oder per E-Mail: lv.by@dzvhae.de
Alle Termine finden Sie auch auf unserer Webseite im Veranstaltungskalender.