München, 23. Juli 2026. Leserbrief von Dr. med. Ulf Riker zum Beitrag „Homöopathie-Studie bringt keine Belege“ von Sebastian Horsch im Münchner Merkur vom 19.7.2026.
Es war gut und richtig, dass sich die Bayerische Staatsregierung finanziell und die Technische Universität München logistisch und wissenschaftlich der Frage gestellt haben, ob Homöopathie den Einsatz von Antibiotika reduzieren kann: Immerhin sterben infolge von Antibiotikaresistenzen allein in Deutschland jährlich ca. 9600 Menschen, Tendenz steigend! Es wäre im Gegenteil fahrlässig, nicht alle denkbaren Optionen sorgfältig zu prüfen, um dieser Gefahr zu begegnen. Eine aus Gründen schleppender Rekrutierung geeigneter Patientinnen abgebrochene Studie ist aber entgegen der irreführenden Überschrift des Beitrages gar keine Studie, und daher kann sie auch keine wie auch immer gearteten Belege bringen, weder für noch gegen eine wissenschaftliche Hypothese bzw. Fragestellung! Selbstverständlich wird die Frage nach den Gründen der schleppenden Rekrutierung vor dem Hintergrund des Studien-Designs und seiner Vorgaben zu analysieren sein. Die Häme und Besserwisserei von Frau Waldmann / SPD sollte sich im Übrigen und vor dem Hintergrund der Brisanz des Themas „Antibiotikaresistenzen“ von selbst verbieten! Leider lagen zum Zeitpunkt (2019) der Entscheidung, die Studie durchzuführen neuere wissenschaftliche Ergebnisse noch nicht vor, die vielleicht dazu beigetragen hätten, die Entscheidung in Frage zu stellen: inzwischen hat eine an der Spitze der Evidenzhierarchie stehende Arbeit (Hamre et al. 2023) gezeigt, dass Homöopathie entgegen aller Unkenrufe über Placebo hinaus wirksam ist, und dass Homöopathie (2024) z.B. bei Atemwegserkrankungen von Kindern den Antibiotikaeinsatz um bis zu 50% senken kann (und damit auch dazu beiträgt, das kindliche Mikrobiom zu schützen). Wer in Medien oder in der Politik glaubwürdig zur Homöopathie Stellung beziehen möchte sollte sich vorab der Mühe unterziehen, die wissenschaftliche Studienlage rund um Homöopathie sorgfältig und unbefangen zur Kenntnis zu nehmen – in der öffentlichen Diskussion bleibt das leider bis heute die absolute Ausnahme!
Dr. med. Ulf Riker, Internist | Homöopathie / Vorsitzender des DZVhÄ-Landesverband Bayern
Beteiligter Studienarzt / Garmisch-Partenkirchen
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