Gehen wir vom Bild eines starken und gesunden Baumes aus. Er hat verzweigte Wurzeln, die ihm die „Bodenhaftung“ verleihen, er hat einen kräftigen Stamm, und er hat Äste, die sich allseits und himmelwärts verzweigen. Vermutlich sind wir uns alle einig, dass Hahnemann den fest verwurzelten Stamm unserer Heilmethode darstellt.  Viele von uns haben sich ein Homöopathen-Leben lang auf einem besonders steil aufragenden zentralen Ast (J.T.Kent) eingerichtet, andere sind auf einem anderen, vielleicht nicht ganz so spektakulären, aber tragfähigen Ast (C.v.Boenninghausen) sitzen geblieben. Wieder andere sind weit in die Krone geklettert (Sankaran, Mangialavori, Scholten etc.) und haben in Kauf genommen, dass die Äste in der Peripherie naturgemäß „dünner“ werden (was aber den Vorteil der besseren Aussicht und auch des Gesehen-Werdens hat…). Und es gibt welche unter uns, die schon ganz oben im Wipfel waren, das Schwanken im Wind gespürt haben, vielleicht wurde ihnen auch schwindlig, jedenfalls sind sie wieder hinunter geklettert und waren froh, wieder in der Nähe des Stammes oder in einer breiten stammnahen Astgabel sicher sitzen zu können.

Als homöopathische Ärzt*innen haben wir unterschiedliche Temperamente, sind unterschiedlich neugierig oder wagemutig, einige von uns haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit. Und Letzteres ist nicht zu verachten: haben wir nämlich unseren Platz allzu weit außen auf einem ausladenden Ast gefunden, dann stürzen wir – sollte der Ast brechen – nicht nur selbst ab, sondern womöglich auch unsere Patient*innen. Meint man dann, man könne fliegen, so könnte sich das als recht kurzes „Vergnügen“ herausstellen.

Für all diejenigen unter uns, denen Bodenhaftung wichtiger ist als Fliegenkönnen bietet der LV Bayern ein Seminar zur Arbeit mit dem Symptomenlexikon an. Es gibt in den Reihen unserer langjährig erfahrenen Kolleg*innen und Dozent*innen einige, die auch schon mal weit hochgeklettert sind, luftige Höhen erlebt haben, dann aber wieder den Rückweg Richtung Nähe zum Stamm eingeschlagen haben. Sind diese Kolleg*innen weniger „innovativ“? Hatten sie gar „Schiß“ ganz oben? Wie dem auch sei: viele von ihnen berichten von deutlich höherer „Trefferquote“ bei der Arzneiverordnung. Wenn Sie das „Symptomenlexikon noch nicht kennen, können Sie sich unter www.michael-kohl.com darauf einstimmen.

Einen wesentlich tieferen Einblick mit Praxisbezug bietet Ihnen unser Seminar

Die Arbeit mit dem Symptomenlexikon Hahnemanns

26./27.Juni 2021 – jeweils 9-17 Uhr

Referenten: Dr. Stephan Gerke und Dr. Hans Zwemke

Geplant als Präsenz-Seminar im Hörsaal des Krankenhauses für Naturheilweisen in München

Anmeldung: lv.by@dzvhae.de

Seminargebühr: Mitglieder 160, Nicht-Mitglieder 200 Euro

Beantragte Diplom-Punkte: 16

Ärztekammer-Punkte beantragt.